Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Bei der altersbedingten oder altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) gehen Sehzellen in der Netzhautmitte, die scharfes und farbiges Sehen vermitteln, zugrunde. Die Augenerkrankung ist Hauptursache schwerer Sehbehinderung bei Menschen über 40 Jahren in der westlichen Welt. Rechtzeitige Therapie kann den Sehverlust teilweise aufhalten

Zeichen der Makuladegeneration: In der Mitte des Gesichtsfeldes (hier: des betrachteten Fotos) entsteht ein grauer Schatten, das Bild ist verschwommen, Farben sind schwer unterscheidbar, gerade Linien erscheinen verzerrt oder wellig

 

Überblick

 

Die Makuladegeneration ist schmerzlos und tritt in zwei Formen auf. Am häufigsten ist die trockene Makuladegeneration. Die damit verbundene Sehstörung entwickelt sich langsam. Als Erstes ist das Lesen erschwert, da die Sehschärfe im Zentrum des Blickfeldes langsam abnimmt. Die seltenere feuchte Makuladegeneration (10 bis 15 Prozent) ist schwerwiegender: Sie führt eher zu einem schnellen Verlust des zentralen Sehens und behindert damit die Betroffenen erheblich. Im fortgeschrittenen Stadium ist das zentrale Sicht- bzw. Gesichtsfeld nur noch ein dunkler Fleck. Die feuchte Form geht immer aus der trockenen hervor. Leider ist nicht im Voraus erkennbar, wann es zu dieser Verschlechterung kommt. Wichtigstes Anzeichen der feuchten AMD ist, dass gerade Linien verbogen erscheinen.  

 

Die Makula (Makula lutea oder „gelber Fleck“) ist die Stelle des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut. Die Makula erzeugt kontrastreiche Bilder, erlaubt es, feine Details zu erkennen – etwa Buchstaben oder Ziffern einer Uhr – und ermöglicht das Farbensehen. Treten Störungen in der Pigmentschicht auf, die unter der Netzhaut liegt, sterben Sehzellen ab. Bei manchen Menschen kommt es zu Ablagerungen unter der Netzhaut, sogenannten Drusen. Außerdem können sich unter der Makula neue Gefäße bilden (feuchte Makuladegeneration).

Lesehilfe: Eine Vergrößerungslupe kann für Patienten mit AMD hilfreich sein

Eine Vorbeugung gegen die Makuladegeneration gibt es nicht. Zu den Risikofaktoren für diese Augenkrankheit zählen nach derzeitiger Meinung der Fachexperten Rauchen, Belastung der Augen durch Licht und UV-Strahlung, Bluthochdruck und vermutlich auch Übergewicht. Eine besondere Rolle spielt die Veranlagung (Gene). Mit dem Alter nimmt die Erkrankung sprunghaft zu. Da die Lebenserwartung von Frauen höher ist als von Männern, sind Frauen häufiger von der AMD betroffen. Ein wichtiger Beitrag zur rechtzeitigen Diagnose sind Früherkennungsuntersuchungen beim Augenarzt ab 40, spätestens aber ab 50 Jahren, insbesondere bei bekanntem Risiko in der Familie. Eine gute Möglichkeit, die Augen von Zeit zu Zeit selbst zu überprüfen, ist der Amsler-Gitter-Test (siehe Kapitel „Früherkennung“ und „Diagnose“). Was den Lebensstil betrifft, so sind regelmäßige körperliche Bewegung und ausgewogene gesunde Ernährung empfehlenswert. Favoriten hier: viel Obst und grünblättriges Gemüse – die besten natürlichen Quellen zellschützender Antioxidanzien. Darunter ist auch das Carotinoid Lutein, ein Verwandter des Beta-Carotins. Lutein findet sich als gelbes Pigment in der Makula und spielt dort eine wichtige Rolle im Stoffwechsel.

Die trockene AMD kommt manchmal spontan zum Stillstand. Die Betroffenen können dann mit optischen oder elektronischen Sehhilfen eventuell noch längere Zeit lesen. Es gibt Hinweise, dass sich das Fortschreiten einer trockenen Form mit einem hochdosierten Vitamin-Spurenelement-Gemisch verzögern lässt. Eine Heilung versprechende Therapie gibt es nicht.

Die feuchte AMD kann durch Verfahren wie fotodynamische Therapie, Laser (der allerdings nur für wenige Patienten geeignet ist) oder Eingabe (Spritzen) bestimmter Medikamente – sogenannter VEGF-Antagonisten –  ins Auge etwas eingedämmt werden. Die Medikamente können das Gefäßwachstum hemmen.
Mit den genannten Maßnahmen lässt sich der Sehverlust aufhalten oder verlangsamen.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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