Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) – Überblick

Der Netzhautschaden bei Makuladegeneration führt zu starker Sehbehinderung bis Erblindung. Rechtzeitige Behandlung kann dies aufhalten. Mehr zu Ursachen, Diagnose, Therapie
aktualisiert am 30.08.2017

Problematische Makuladegeneration: Die Blickmitte wird unkenntlich (hier aus Sicht eines Lesers, der das Bild betrachtet)

Thinkstock/istockphoto

Zusammenfassung: Makuladegeneration

  • Die altersbedingte Makuladegeneration (auch altersbezogene oder altersabhängige Makuladegeneration, kurz: AMD) ist die Hauptursache schwerer Sehbehinderung bei Menschen über 60 Jahren in der westlichen Welt. Dabei gehen Sehzellen in der Netzhautmitte, die scharfes und farbiges Sehen vermitteln, zugrunde.
  • Erstes Anzeichen ist verschwommenes oder verzerrtes Sehen. Im Spätstadium zeigt sich in der Mitte des Gesichtsfeldes nur noch ein dunkler Fleck, lediglich in den Randbereichen ist das Sehen noch erhalten. Dadurch ist zwar eine räumliche Orientierung noch möglich. Gesichter erkennen, Zahlen und Buchstaben entziffern, das wird jedoch mit der Zeit unmöglich.
  • Es gibt somit frühe und späte Formen der Makuladegeneration. Zu Letzteren gehört auch die feuchte Form. Sie betrifft etwa zehn bis 15 Prozent der Fälle und mehrheitlich die von starker Sehbehinderung betroffenen Patienten. Eine Vorbeugung und Heilung der AMD gibt es derzeit nicht. Rechtzeitig erkannt, lässt sich die feuchte Makuladegeneration durch spezielle Medikamente verlangsamen oder stoppen und der Sehverlust aufhalten.

Risikofaktoren und Warnzeichen, die der Augenarzt sieht

Zu den Hauptrisikofaktoren für die altersbedingte Makuladegeneration zählen nach derzeitigem Kenntnisstand Rauchen, Belastung der Augen durch Licht, insbesondere UV-Strahlung, sowie Bluthochdruck. Eine besondere Rolle spielt die Veranlagung (Gene). Mit dem Alter, meist nach dem 60. Lebensjahr, nimmt die Erkrankung sprunghaft zu. Da die Lebenserwartung von Frauen höher ist als von Männern, sind Frauen häufiger von der AMD betroffen.

Die feuchte Form der Makuladegeneration (siehe Abschnitte "Zusammenfassung" oben und "Hintergrund" unten) geht aus der sogenannten trockenen Form hervor. Netzhautveränderungen wie große, weiche Drusen oder sogenannte Pigmentepithelverschiebungen unter der Netzhaut sind mögliche Warnzeichen, die der Augenarzt feststellen kann. Daher sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen nach Diagnosestellung wichtig, um den richtigen Zeitpunkt für die Behandlung zu erfassen.

Symptome bei Makuladegeneration: Blickzentrum verschwommen, verzerrt oder dunkler Fleck

Die Makuladegeneration (AMD) ist schmerzlos. Am häufigsten tritt die trockene Makuladegeneration auf (etwa 85 Prozent der Fälle). Die damit verbundene Sehstörung entwickelt sich langsam und ist erst im fortgeschrittenen Stadium nachhaltig spürbar. Da die Sehschärfe im Zentrum des Blickfeldes allmählich abnimmt, sind als Erstes das Lesen und andere Arbeiten erschwert.

Die seltenere feuchte Makuladegeneration (exsudative Form, etwa zehn bis 15 Prozent) ist schwerwiegender: Sie führt schneller zu einem Verlust des zentralen Sehens und behindert damit die Betroffenen erheblich. Wichtigstes Anzeichen der feuchten AMD ist, dass gerade Linien verbogen erscheinen. Das Sehen ist verzerrt.

Im fortgeschrittenen Stadium der Makuladegeneration zeigt sich das zentrale Gesichtsfeld als dunkler Fleck; nur der äußere Bereich bleibt erhalten.

W&B/Szczesny/bearb. Neisel

Hintergrund

Im Alter können sich mit den Jahren kleine, weißliche oder gelbe Ablagerungen unter der Netzhaut entwickeln, sogenannte Drusen. In der Pigmentepithelschicht, die unter der Netzhaut liegt, kommt es in der Folge oft zu verschiedenen Störungen. Schließlich dünnt die Pigmentschicht aus (siehe oben, Abschnitt: "Risikofaktoren und Warnzeichen": Pigmentepithelverschiebungen). Auch die Gefäßschicht darunter bildet sich zurück. Im späten Stadium gehen Sehzellen zugrunde (sogenannte geografische Atrophie bei trockener Makuladegeneration).

Außerdem können unter der Makula neue, jedoch weniger stabile Gefäße wachsen, die zum Austritt von Blutflüssigkeit, zu Schwellungen und Abhebungen führen. Dann hat sich eine feuchte Form der Makuladegeneration entwickelt. Sehzellen sterben ab, und es kommt zu Vernarbungen. Sowohl die Atrophie bei der trockenen AMD als auch die feuchte AMD sind fortgeschrittene Stadien der Augenkrankheit.


Früherkennung der Makuladegeneration

Augenärzte empfehlen entsprechende Kontrollen ab 60 Jahren. Eine gute Möglichkeit, die Augen von Zeit zu Zeit selbst zu überprüfen, ist der Amsler-Gitter-Test. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Makuladegeneration: Früherkennung" (mit einer Testvorlage zum Ausdrucken) und im Kapitel "Makuladegeneration: Diagnose". Um außerdem einen möglichen grünen Star (Glaukom) rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, sollte man jedoch schon ab 40 Jahren regelmäßig zum Augenarzt gehen.

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Makuladegeneration: Verlauf und Therapie

Die trockene AMD kommt manchmal spontan zum Stillstand. Die Betroffenen können dann mit optischen oder elektronischen Sehhilfen eventuell noch längere Zeit lesen. Das Fortschreiten der trockenen Form lässt sich mit einem hochdosierten Vitamin-Spurenelement-Gemisch (siehe Kapitel "Makuladegeneration: Therapie") etwas verzögern. Eine Heilung versprechende Behandlung gibt es nicht.

Die feuchte AMD kann vorrangig durch Eingeben (Spritzen) bestimmter Medikamente – sogenannter VEGF-Antagonisten – ins Augeninnere behandelt werden. Die Medikamente können das Gefäßwachstum hemmen und den Sehverlust aufhalten oder verlangsamen.

Tipps für den Alltag

Regelmäßige körperliche Bewegung und ausgewogene gesunde Ernährung sind immer empfehlenswert. Favoriten hier: viel Obst und grünblättriges Gemüse – die besten natürlichen Quellen zellschützender Antioxidanzien. Darunter sind Carotinoide wie Lutein und Zeaxanthin, Verwandte des Beta-Carotins. Diese Stoffe finden finden sich auch als Pigmente in der Makula, wo sie für den Stoffwechsel von Bedeutung sind. Rauchverzicht sowie gute Gewichtskontrolle und normale Blutdruckwerte gehören ebenfalls zu den empfohlenen Strategien. Mehr dazu im Kapitel "Makuladegeneration: Tipps für gesunde Augen".

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Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unseren Experten ist leider nicht möglich.


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