Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) – Überblick

Der Netzhautschaden bei Makuladegeneration führt zu starker Sehbehinderung bis Erblindung. Rechtzeitige Behandlung kann dies aufhalten. Mehr zu Ursachen, Diagnose, Therapie

aktualisiert am 01.07.2015

Zeichen der Makuladegeneration: In der Mitte des Gesichtsfeldes (hier: des betrachteten Fotos) entsteht ein grauer Schatten, das Bild ist verschwommen, Farben sind schwer unterscheidbar, gerade Linien erscheinen verzerrt oder wellig

W&B/Heike Geigl, Stockbyte

Was ist eine altersbedingte Makuladegeneration?

Die Augenerkrankung ist die Hauptursache schwerer Sehbehinderung bei Menschen über 60 Jahren in der westlichen Welt. Dabei gehen Sehzellen in der Netzhautmitte, die scharfes und farbiges Sehen vermitteln, zugrunde. Eine Vorbeugung gegen die Makuladegeneration ist nicht bekannt.

Symptome: Blickzentrum verschwommen, verzerrt oder dunkler Fleck

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist schmerzlos und tritt in zwei Formen auf. Am häufigsten ist die trockene Makuladegeneration. Die damit verbundene Sehstörung entwickelt sich langsam und ist erst im fortgeschrittenen Stadium ausgeprägt. Als Erstes sind das Lesen und andere Arbeiten erschwert, da die Sehschärfe im Zentrum des Blickfeldes allmählich abnimmt. Die seltenere feuchte Makuladegeneration (10 bis 15 Prozent) ist schwerwiegender: Sie führt schneller zu einem Verlust des zentralen Sehens und behindert damit die Betroffenen erheblich. Wichtigstes Anzeichen der feuchten AMD ist, dass gerade Linien verbogen erscheinen. Das Sehen ist verzerrt. Im fortgeschrittenen Stadium zeigt sich das zentrale Gesichtsfeld als dunkler Fleck; nur der äußere Bereich bleibt erhalten. Die feuchte Form geht immer aus der trockenen hervor. Leider ist nicht im Voraus erkennbar, wann es zu dieser Verschlechterung kommt.

Hintergrund

Im Alter können sich mit den Jahren kleine, weißliche oder gelbe Ablagerungen unter der Netzhaut entwickeln, sogenannte Drusen. In der Pigmentschicht, die unter der Netzhaut liegt, kommt es in der Folge oft zu verschiedenen Störungen. Schließlich dünnt die Pigmentschicht aus. Auch die Gefäßschicht darunter bildet sich zurück. Im späten Stadium gehen Sehzellen zugrunde (sogenannte geografische Atrophie, trockene Makuladegeneration).

Außerdem können unter der Makula neue, jedoch weniger stabile Gefäße wachsen, die zum Austritt von Blutflüssigkeit, zu Schwellungen und Abhebungen führen (feuchte Makuladegeneration). Sehzellen sterben ab, und es kommt zu Vernarbungen.

Sowohl die Atrophie bei der trockenen AMD als auch die feuchte AMD sind fortgeschrittene Stadien der Augenkrankheit.


Risikofaktoren

Zu den Hauptrisikofaktoren für die altersbedingte Makuladegeneration zählen nach derzeitiger Auffassung der Fachexperten Rauchen, Belastung der Augen durch Licht und UV-Strahlung sowie Bluthochdruck. Eine besondere Rolle spielt die Veranlagung (Gene). Mit dem Alter, meist nach dem 60. Lebensjahr, nimmt die Erkrankung sprunghaft zu. Da die Lebenserwartung von Frauen höher ist als von Männern, sind Frauen häufiger von der AMD betroffen.

Früherkennung

Augenärzte empfehlen entsprechende Kontrollen ab 60 Jahren. Eine gute Möglichkeit, die Augen von Zeit zu Zeit selbst zu überprüfen, ist der Amsler-Gitter-Test. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Kapiteln "Früherkennung" und "Diagnose", dazu eine Testvorlage im Beitrag "Amsler-Test: der einfache Netzhaut-Check" in der Randspalte rechts oben.

Um außerdem einen möglichen grünen Star (Glaukom) rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, sollte man jedoch schon ab 40 Jahren regelmäßig zum Augenarzt gehen.

Verlauf und Therapie

Die trockene AMD kommt manchmal spontan zum Stillstand. Die Betroffenen können dann mit optischen oder elektronischen Sehhilfen eventuell noch längere Zeit lesen. Es gibt Hinweise, dass sich das Fortschreiten der trockenen Form mit einem hochdosierten Vitamin-Spurenelement-Gemisch (siehe Kapitel "Therapie") verzögern lässt. Eine Heilung versprechende Behandlung gibt es nicht.

Die feuchte AMD lässt sich durch Eingeben (Spritzen) bestimmter Medikamente – sogenannter VEGF-Antagonisten – ins Augeninnere eindämmen. Die Medikamente können das Gefäßwachstum hemmen. Verfahren wie fotodynamische Therapie oder Laser, der ohnehin nur für wenige Patienten geeignet ist, sind inzwischen in den Hintergrund getreten. Mit den genannten Maßnahmen lässt sich der Sehverlust aufhalten oder verlangsamen.

Tipps für den Alltag

Regelmäßige körperliche Bewegung und ausgewogene gesunde Ernährung sind immer empfehlenswert. Favoriten hier: viel Obst und grünblättriges Gemüse – die besten natürlichen Quellen zellschützender Antioxidanzien. Darunter sind Carotinoide wie Lutein und Zeaxanthin, Verwandte des Beta-Carotins. Diese Stoffe finden finden sich auch als Pigmente in der Makula, wo sie für den Stoffwechsel von Bedeutung sind. Mehr dazu im Kapitel "Tipps für gesunde Augen".


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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